Donnerstag, 26. Juli 2012
Münchner selbstgefälligkeit
Da ist er wieder! Die Halbjährige Pause wird ohnehin keinem Aufgefallen sein, Leser werde ich mit einem Beitrag nicht gewonnen haben, aber nun versucht "Dieser Domescu" hier ein bisschen Kontinuität reinzubringen.

Am Isartor in einem Café sitzend beobachte ich nun die vorbeigehenden Leute, viele muten recht normal an, einige weniger, da ist der unglaublich dicke, zigarillorauchende Mann, dessen Wampe unter dem hellblauen Shirt rausschaut, oder der zottelbärtige, mit dem ausgewaschenen Mantel, der mich rauchend nach einer Zigarette anschnorrt - selbstverständlich bekam er keine, eine sollte für den Moment schließlich ausreichen. Was mir aber neben den hervorragend geformten Frauen, die an mir vorbeiflanierten, besonders auffiel war die Überheblichkeit, die nicht nur den Anzugträgern aus jeder Pore zu schießen schien. "Ja sag a mal, München ist schon die schönste Stadt der Welt gel!" Keine Frage München ist schön, der Englische Garten, die Isar, die Biergärten und die Frauen, keine Frage. Aber die schönste Stadt der Welt, sie scheinen die Metropole im Süden Deutschlands wohl niemals verlassen zu haben. Es gibt so viel anderes: Berlin, Hamburg, Jena, Leipzig. Verlassen wir Deutschland: Rom, New York, Puolo, Guardistallo, Paris, Prag - brechen wir an dieser Stelle einmal ab. "Einzgartig, immer alles frisch auf deran Viktualienmarkt. Sowas giabts net an zwoates Mal!" Ja Herrschaftszeiten, ich musste aufstehen, um mich nach Realität zu strecken. Ein Aufsehen um einen zugegeben sehr schöne Markt. Leih mir no a Mark! Geh in ein Französisches oder italienisches 200-Einwohnerdorf und du wirst ein ähnliches Schauspiel antreffen, ähnlich frische Wahren und vermutlich ein wenig mehr Bodenständigkeit. Das täte München gut.

Noch was?
Ach ja, ich für meinen Teil finde München auch schön.

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