Dienstag, 31. Juli 2012
Glasbruch-Montag
domescu, 16:00h
Wow, da komme ich nach drei Monaten in München wieder nach Hause in meine kleine behütete Universitätsstadt und es ist tatsächlich alles beim Alten. Ich schließe die Tür auf, mein Mitbewohner steht in der Küche und kocht irgendeinen Brei mit viel zu viel Ketchup zusammen, wir rauchen eine Zigarette und produzieren verbalen Müll - alles beim Alten.
Das ändert sich auch nicht als sich mein zweiter Mitbewohner aus dem Bad quält sich seine Klamottenüberstreift und zu seinem Dienst in der Stammkneipe aufbricht. "Kommst du nachher rum", fragt er in meine Richtung, als wäre ich niemals weggewesen. "Klaro!" Ich war froh, dass alles beim Alten blieb. Also: Fladenbrot mit Käse zwischen die Kiemen, unter die Dusche und los. Ich ging aus der Tür, den üblichen Weg, die Hauptstraße war noch immer eine einzige Baustelle - es waren eben nur drei Monate. In der Kneipe angekommen setzte ich mich auf meinen üblichen Stuhl, trank mit den anderen Stammgästen einige Biere und machte mich halb drei auf den Heimweg, die Autofahrt hatte geschlaucht. Ich öffnete die Kneipentür und machte einen Schritt nach vorne. Es knirschte. Ein Glas war vor der Kneipe zu Bruch gegangen. Jaja, die Suffies, dachte ich. Doch wie ich an der Häuserfront langging und um die Ecke bog schien es mir, als hätten meine Freunde mir einen neuen Sport verschwiegen. Große Braune Scherben lagen auf dem Gehweg, die Flasche schien leer, keine Spur von einem Getränkefleck. Etwa 50 Meter weiter das gleiche Bild, jedoch auf der Straße. Flaschenwerfen und das schönste Bild gewinnt dachte ich mir und ging meines Weges.
Der nächste Haufen am Prüfungsamt bestand aus grünen Splittern, sie waren schon verteilt, unachtsame Passanten hatten wohl dieses Kunstwerk zerstört - was für ein Frevel. Einige weitere Kunstwerke säumten meinen Heimweg. Doch der Sieger dieses Wettbewerbes werkelte auf der letzten Kreuzung, die ich beschreiten musste. Klarglas in all seinen Einzelteilen. Der Erschaffer dieses Meisterwerks muss wohl einige Autos über die großen Scherben dirigiert haben. Ein würdiger Sieger dieses Glasbruch-Montags.
Noch was?
Mit meinem Hund bin ich übrigens dann in die andere Richtung auf die nächtliche Runde gegangen. Er hat keinen Sinn für Kunst.
Das ändert sich auch nicht als sich mein zweiter Mitbewohner aus dem Bad quält sich seine Klamottenüberstreift und zu seinem Dienst in der Stammkneipe aufbricht. "Kommst du nachher rum", fragt er in meine Richtung, als wäre ich niemals weggewesen. "Klaro!" Ich war froh, dass alles beim Alten blieb. Also: Fladenbrot mit Käse zwischen die Kiemen, unter die Dusche und los. Ich ging aus der Tür, den üblichen Weg, die Hauptstraße war noch immer eine einzige Baustelle - es waren eben nur drei Monate. In der Kneipe angekommen setzte ich mich auf meinen üblichen Stuhl, trank mit den anderen Stammgästen einige Biere und machte mich halb drei auf den Heimweg, die Autofahrt hatte geschlaucht. Ich öffnete die Kneipentür und machte einen Schritt nach vorne. Es knirschte. Ein Glas war vor der Kneipe zu Bruch gegangen. Jaja, die Suffies, dachte ich. Doch wie ich an der Häuserfront langging und um die Ecke bog schien es mir, als hätten meine Freunde mir einen neuen Sport verschwiegen. Große Braune Scherben lagen auf dem Gehweg, die Flasche schien leer, keine Spur von einem Getränkefleck. Etwa 50 Meter weiter das gleiche Bild, jedoch auf der Straße. Flaschenwerfen und das schönste Bild gewinnt dachte ich mir und ging meines Weges.
Der nächste Haufen am Prüfungsamt bestand aus grünen Splittern, sie waren schon verteilt, unachtsame Passanten hatten wohl dieses Kunstwerk zerstört - was für ein Frevel. Einige weitere Kunstwerke säumten meinen Heimweg. Doch der Sieger dieses Wettbewerbes werkelte auf der letzten Kreuzung, die ich beschreiten musste. Klarglas in all seinen Einzelteilen. Der Erschaffer dieses Meisterwerks muss wohl einige Autos über die großen Scherben dirigiert haben. Ein würdiger Sieger dieses Glasbruch-Montags.
Noch was?
Mit meinem Hund bin ich übrigens dann in die andere Richtung auf die nächtliche Runde gegangen. Er hat keinen Sinn für Kunst.
... link (0 Kommentare) ... comment
Donnerstag, 26. Juli 2012
Münchner selbstgefälligkeit
domescu, 14:15h
Da ist er wieder! Die Halbjährige Pause wird ohnehin keinem Aufgefallen sein, Leser werde ich mit einem Beitrag nicht gewonnen haben, aber nun versucht "Dieser Domescu" hier ein bisschen Kontinuität reinzubringen.
Am Isartor in einem Café sitzend beobachte ich nun die vorbeigehenden Leute, viele muten recht normal an, einige weniger, da ist der unglaublich dicke, zigarillorauchende Mann, dessen Wampe unter dem hellblauen Shirt rausschaut, oder der zottelbärtige, mit dem ausgewaschenen Mantel, der mich rauchend nach einer Zigarette anschnorrt - selbstverständlich bekam er keine, eine sollte für den Moment schließlich ausreichen. Was mir aber neben den hervorragend geformten Frauen, die an mir vorbeiflanierten, besonders auffiel war die Überheblichkeit, die nicht nur den Anzugträgern aus jeder Pore zu schießen schien. "Ja sag a mal, München ist schon die schönste Stadt der Welt gel!" Keine Frage München ist schön, der Englische Garten, die Isar, die Biergärten und die Frauen, keine Frage. Aber die schönste Stadt der Welt, sie scheinen die Metropole im Süden Deutschlands wohl niemals verlassen zu haben. Es gibt so viel anderes: Berlin, Hamburg, Jena, Leipzig. Verlassen wir Deutschland: Rom, New York, Puolo, Guardistallo, Paris, Prag - brechen wir an dieser Stelle einmal ab. "Einzgartig, immer alles frisch auf deran Viktualienmarkt. Sowas giabts net an zwoates Mal!" Ja Herrschaftszeiten, ich musste aufstehen, um mich nach Realität zu strecken. Ein Aufsehen um einen zugegeben sehr schöne Markt. Leih mir no a Mark! Geh in ein Französisches oder italienisches 200-Einwohnerdorf und du wirst ein ähnliches Schauspiel antreffen, ähnlich frische Wahren und vermutlich ein wenig mehr Bodenständigkeit. Das täte München gut.
Noch was?
Ach ja, ich für meinen Teil finde München auch schön.
Am Isartor in einem Café sitzend beobachte ich nun die vorbeigehenden Leute, viele muten recht normal an, einige weniger, da ist der unglaublich dicke, zigarillorauchende Mann, dessen Wampe unter dem hellblauen Shirt rausschaut, oder der zottelbärtige, mit dem ausgewaschenen Mantel, der mich rauchend nach einer Zigarette anschnorrt - selbstverständlich bekam er keine, eine sollte für den Moment schließlich ausreichen. Was mir aber neben den hervorragend geformten Frauen, die an mir vorbeiflanierten, besonders auffiel war die Überheblichkeit, die nicht nur den Anzugträgern aus jeder Pore zu schießen schien. "Ja sag a mal, München ist schon die schönste Stadt der Welt gel!" Keine Frage München ist schön, der Englische Garten, die Isar, die Biergärten und die Frauen, keine Frage. Aber die schönste Stadt der Welt, sie scheinen die Metropole im Süden Deutschlands wohl niemals verlassen zu haben. Es gibt so viel anderes: Berlin, Hamburg, Jena, Leipzig. Verlassen wir Deutschland: Rom, New York, Puolo, Guardistallo, Paris, Prag - brechen wir an dieser Stelle einmal ab. "Einzgartig, immer alles frisch auf deran Viktualienmarkt. Sowas giabts net an zwoates Mal!" Ja Herrschaftszeiten, ich musste aufstehen, um mich nach Realität zu strecken. Ein Aufsehen um einen zugegeben sehr schöne Markt. Leih mir no a Mark! Geh in ein Französisches oder italienisches 200-Einwohnerdorf und du wirst ein ähnliches Schauspiel antreffen, ähnlich frische Wahren und vermutlich ein wenig mehr Bodenständigkeit. Das täte München gut.
Noch was?
Ach ja, ich für meinen Teil finde München auch schön.
... link (0 Kommentare) ... comment
Montag, 20. Februar 2012
Putinhass in deutschen Medien
domescu, 22:07h
Ach ja, eigentlich ist das Anschauen von Youtube-Klassikern zur Entspannung gedacht. Es soll belustigen, Erinnerungen hervorrufen und einfach dem geistigen Abschalten dienen. Heute ist mir das nicht gelungen. Ich gelangte über verschiedene Pod-Casts der NDR-Satire extra-3 zu dem "Lied von den toten Russen" ( http://www.youtube.com/watch?v=RpuEW7GUHtM ). Sehr amüsant, gut gemacht, ideenreich. Für meinen Geschmack etwas zu russlandkritisch, aber Satire darf eben alles. Wer in meinen Augen nicht alles darf ist die 'seriöse Presse' - beispielsweise die Tagesschau der ARD. Dieses lustig gemeinte und ebenso rüberkommende Video erinnerte mich wieder an die antirussische Hetze aus dem März des letzten Jahres, als der Prozess zur Person Chodorkowskis beinahe täglich in den deutschen Medien wiederzufinden war.
Beispielhaft schaute ich mir den ARD-Beitrag zur Urteilsverkündung der Berufungsverhandlung an. ( http://www.youtube.com/watch?v=wDlSPmPnklw ) Ab 10:40 wird hier Partei für einen Mann ergriffen, der - salopp gesagt - einen Haufen Geld und Öl unterschlagen hatte, um sich selbst zu bereichern. Beinahe fordert die ARD seinen Freispruch. Den Freispruch für einen Wirtschaftsverbrecher. Das ist übrigens die gleiche ARD, die Ulrich Deppendorf aussannte, um den ehemaligen Bundespräsidenten Wulff provokativ zu seinen korrupten Machenschaften zu befragen. Ich möchte keineswegs Partei für Wullf ergreifen, und noch weniger möchte ich abschweifen, lediglich wollte ich die Relationen aufzeigen.
Chodorkowski wird hier von den westlichen Medien benutzt. Sein Urteil soll ein Symbol für die angebliche 'Terrorherrschaft' Putins sein. Man hat Angst vor Putin. Angst vor einem Mann, der das Reden beherrscht, der Massen hinter sich bringen, der mit wenigen Worten die gescheitesten Köpfe überzeugen kann und sich dennoch dank gut gestrikter Propaganda volksnah verkaufen kann. Er wird verteufelt, ihm das demokratische Verständnis abgesprochen. Alles mit Hilfe eines Urteils, dass hierzulande wohl nicht anders ausgefallen wäre.
Chodorkowski ist einer von vielen Wirtschaftsverbrechern in Russland. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion ist er, wie auch andere schnell zu Reichtum gekommen. Auf welchen Wegen? Das ist Unklar. Nach seinem Ausscheiden aus der Firma Jukos wurden Unstimmigkeiten in der Bilanz der Firma auffällig. Ein normales Urteil, doch die Westpresse vertauscht Opfer und Täter. Das Opfer ist hier die Russische Föderation, in der zu dem Zeitpunkt des Prozesses 'Demokratiefeind' Putin Ministerpräsident war. Ihr ging viel Steuergeld verloren. Täter war Chodorkowski selbst. Ein einfaches Mittel, doch meiner Erfahrung durch Unterhaltungen auf der Straße, in Bars und sogar in Vorlesungssälen nach ein wirksames. Alle hatten Mitleid mit dem armen Michail Chodorkowski. So etwas ist völlig daneben und bringt mich in Rage. Also ein Aufruf: Erst informieren, dann verurteilen, so wie es das Moskauer Stadtgericht im März 2011 tat.
Anbei: Ich sehe in Putin nicht 'den vollkommenen Politiker', aber er macht nicht so viel Falsch, wie der Westen es darstellt, oder gerne hätte. Sein Verbrechen ist es nicht, eine Verurteilung Chodorkowskis zu unterstützen sondern lediglich im Fall anderer Wirtschaftsverbrecher still dazusitzen, und vielleicht - das Entzieht sich jedoch meiner Kenntnis - diese zu decken. Ein Verbrecher gehört ins Gefängnis. Chodorkowski und die anderen. Wenn Putin andere deckt, dann ist das falsch, ein Verbrechen, oder wie zu Guttenberg sagen würde 'ein Fehler, den Menschen machen', aber in der Causa Chodorkoski hat sich Putin nichts zu Schulden kommen lassen.
Beispielhaft schaute ich mir den ARD-Beitrag zur Urteilsverkündung der Berufungsverhandlung an. ( http://www.youtube.com/watch?v=wDlSPmPnklw ) Ab 10:40 wird hier Partei für einen Mann ergriffen, der - salopp gesagt - einen Haufen Geld und Öl unterschlagen hatte, um sich selbst zu bereichern. Beinahe fordert die ARD seinen Freispruch. Den Freispruch für einen Wirtschaftsverbrecher. Das ist übrigens die gleiche ARD, die Ulrich Deppendorf aussannte, um den ehemaligen Bundespräsidenten Wulff provokativ zu seinen korrupten Machenschaften zu befragen. Ich möchte keineswegs Partei für Wullf ergreifen, und noch weniger möchte ich abschweifen, lediglich wollte ich die Relationen aufzeigen.
Chodorkowski wird hier von den westlichen Medien benutzt. Sein Urteil soll ein Symbol für die angebliche 'Terrorherrschaft' Putins sein. Man hat Angst vor Putin. Angst vor einem Mann, der das Reden beherrscht, der Massen hinter sich bringen, der mit wenigen Worten die gescheitesten Köpfe überzeugen kann und sich dennoch dank gut gestrikter Propaganda volksnah verkaufen kann. Er wird verteufelt, ihm das demokratische Verständnis abgesprochen. Alles mit Hilfe eines Urteils, dass hierzulande wohl nicht anders ausgefallen wäre.
Chodorkowski ist einer von vielen Wirtschaftsverbrechern in Russland. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion ist er, wie auch andere schnell zu Reichtum gekommen. Auf welchen Wegen? Das ist Unklar. Nach seinem Ausscheiden aus der Firma Jukos wurden Unstimmigkeiten in der Bilanz der Firma auffällig. Ein normales Urteil, doch die Westpresse vertauscht Opfer und Täter. Das Opfer ist hier die Russische Föderation, in der zu dem Zeitpunkt des Prozesses 'Demokratiefeind' Putin Ministerpräsident war. Ihr ging viel Steuergeld verloren. Täter war Chodorkowski selbst. Ein einfaches Mittel, doch meiner Erfahrung durch Unterhaltungen auf der Straße, in Bars und sogar in Vorlesungssälen nach ein wirksames. Alle hatten Mitleid mit dem armen Michail Chodorkowski. So etwas ist völlig daneben und bringt mich in Rage. Also ein Aufruf: Erst informieren, dann verurteilen, so wie es das Moskauer Stadtgericht im März 2011 tat.
Anbei: Ich sehe in Putin nicht 'den vollkommenen Politiker', aber er macht nicht so viel Falsch, wie der Westen es darstellt, oder gerne hätte. Sein Verbrechen ist es nicht, eine Verurteilung Chodorkowskis zu unterstützen sondern lediglich im Fall anderer Wirtschaftsverbrecher still dazusitzen, und vielleicht - das Entzieht sich jedoch meiner Kenntnis - diese zu decken. Ein Verbrecher gehört ins Gefängnis. Chodorkowski und die anderen. Wenn Putin andere deckt, dann ist das falsch, ein Verbrechen, oder wie zu Guttenberg sagen würde 'ein Fehler, den Menschen machen', aber in der Causa Chodorkoski hat sich Putin nichts zu Schulden kommen lassen.
... link (0 Kommentare) ... comment
Samstag, 18. Februar 2012
Jede Woche wieder
domescu, 23:21h
Nur langsam konnte ich aus meinem Bett aufstehen. Ich drehte mich auf meinem Steiß um 90 Grad und setzte dann erst den linken und dann den rechten Fuß auf den Boden. Ich taumelte ein wenig zur Tür. Der Weg kam mir unglaublich lang vor. Beinahe wie ein Marathon, obwohl mein Zimmer gerade einmal vier Meter lang war. Dennoch war ich aus der Puste, als ich die Klinke betätigte. Der Blick in den Flur verhieß nichts Gutes. Eine offene Bierflasche stand genau in meinem Blickfeld. Was soll der Mist? Habe ich die stehen lassen oder einer meiner Mitbewohner? Ich versuchte still zu sein, um vielleicht den Klang eines Fernsehers aus irgendeinem Zimmer wahrzunehemen. Nichts außer dem Rauschen in meinen Ohren. Da ein knarzen. Stand einer auf? Plötzlich vernahm ich von links ein beißendes Geräusch. Es klang als würde jemand Eis kratzen. Johann schnarchte wie ein Berserker. Der Rauch des letzten Abends wird ihm wohl die Schleimhäute endgültig zerstört haben.
Ich zog den Rotz aus der Nase hoch. Richtig fit schien ich auch nicht zu sein. Auf dem Weg ins Badezimmer hielt ich mich an der großen Glasvitrine fest, die unseren Flur schmückte. Zum Einzug hatten wir noch geplant darin Gläser und Spirituosen zu lagern. Wir wollten eine szenige, hippe WG sein. Tatsächlich stand ein Kaffegeschirr aus Omas Zeiten auf dem mittleren Bord und eine fast leere Rolle Geschenkpapier auf dem obersten. Im Bad angekommen hielt ich mich am Waschbecken fest und schaute in den Spiegel. Tatsächlich waren meine Augen weder glasig noch blutunterlaufen. Ich schien doch noch widerstandsfähiger zu sein, als ich dachte. Ich räusperte mich und spuckte das braune etwas ins Wachbecken. Schnell spülte ich mit Wasser nach. Langsam vergeht die Zeit, wenn man alleine erwacht. Niemand ist da, der einem die Lücken des gestrigen Abends mit Inhalt füllen kann. Halb verschwommene Ereignisse, das Haar riecht nach rauch, die Hand klebt. Ich leckte drüber: Jägermeister. Unfertige Bilder des letzen Abends flogen mir durch den Kopf. Ihn zu rekapitulieren war, wie ein Youtube-Video mit einem 256k-Modem anzuschauen. Immer wieder stockte es. Pointen wurden in der Mitte zerrissen, teilweise übersprungen. Wer war das Mädel mit dem du dich unterhieltst und vor allem wie sah sie aus? Sie schien immer ein Pop-Up-Fenster vor dem Gesicht zu tragen. Auch der Körper war verpixelt. Im Bett hatte sie nicht gelegen. Ich muss es wohl versaut haben. Meine Haare lagen noch immer nahezu perfekt. Nur hinten bildete sich durch das Kissen, auf dem ich lag, ein kreisrunder Wirbel. Und wie bin ich nach Hause gekommen? Taxi, Bus? Zu Fuß wohl kaum. Oder war ich bei der Frau und bin dann nach Hause. Ich stand an der Bar und dann stieg ich aus dem Bett. Die Internetleitung in meinem Kopf gab endgültig den Geist auf. Nächsten Freitag auf ein neues. Der heutige Tag gehört dem Reboot.
Ich zog den Rotz aus der Nase hoch. Richtig fit schien ich auch nicht zu sein. Auf dem Weg ins Badezimmer hielt ich mich an der großen Glasvitrine fest, die unseren Flur schmückte. Zum Einzug hatten wir noch geplant darin Gläser und Spirituosen zu lagern. Wir wollten eine szenige, hippe WG sein. Tatsächlich stand ein Kaffegeschirr aus Omas Zeiten auf dem mittleren Bord und eine fast leere Rolle Geschenkpapier auf dem obersten. Im Bad angekommen hielt ich mich am Waschbecken fest und schaute in den Spiegel. Tatsächlich waren meine Augen weder glasig noch blutunterlaufen. Ich schien doch noch widerstandsfähiger zu sein, als ich dachte. Ich räusperte mich und spuckte das braune etwas ins Wachbecken. Schnell spülte ich mit Wasser nach. Langsam vergeht die Zeit, wenn man alleine erwacht. Niemand ist da, der einem die Lücken des gestrigen Abends mit Inhalt füllen kann. Halb verschwommene Ereignisse, das Haar riecht nach rauch, die Hand klebt. Ich leckte drüber: Jägermeister. Unfertige Bilder des letzen Abends flogen mir durch den Kopf. Ihn zu rekapitulieren war, wie ein Youtube-Video mit einem 256k-Modem anzuschauen. Immer wieder stockte es. Pointen wurden in der Mitte zerrissen, teilweise übersprungen. Wer war das Mädel mit dem du dich unterhieltst und vor allem wie sah sie aus? Sie schien immer ein Pop-Up-Fenster vor dem Gesicht zu tragen. Auch der Körper war verpixelt. Im Bett hatte sie nicht gelegen. Ich muss es wohl versaut haben. Meine Haare lagen noch immer nahezu perfekt. Nur hinten bildete sich durch das Kissen, auf dem ich lag, ein kreisrunder Wirbel. Und wie bin ich nach Hause gekommen? Taxi, Bus? Zu Fuß wohl kaum. Oder war ich bei der Frau und bin dann nach Hause. Ich stand an der Bar und dann stieg ich aus dem Bett. Die Internetleitung in meinem Kopf gab endgültig den Geist auf. Nächsten Freitag auf ein neues. Der heutige Tag gehört dem Reboot.
... link (0 Kommentare) ... comment
Montag, 5. Dezember 2011
Erst der Regen....
domescu, 00:29h
Nun gut: Endlich kam mir also wieder eine Idee, die meinen Mitteilungsdrang befriedigen soll. Da ich mir zum Ziel setzte, nicht mein Leben preis zu geben, sondern auf Geschichten vom Rande meiner Erlebnisse zu warten, dauerte es, bis sich mir erneut etwas offenbarte.
Ich ging also nächtens aus meiner Stammkneipe nach Hause. Es war Donnerstag und es fielen die ersten Regentropfen seit langer Zeit. Es waren wohl auch die Ersten im November, sofern mich meine Erinnerung nicht täuscht. Das nahm ich zum Anlass mir für diesen Blog GedankenPopanken über Regen und die Notwendigkeit des Wassers zu machen. Doch drei Schritte weiter driftete mein Hirn ab. Ich ging an einer nichtroyalen Burger- und Fastfoodkette vorbei. Mein Geist war wohl noch von den Überlegungen über die fallenden Tropfen geweitet und so fiel mir zum ersten mal die nächtliche Kundschaft der Fastfoodkette auf. Mit Betrunkenen ist um diese Uhrzeit zu rechnen, die gab es auch in meiner Kneipe und auch ich war nicht nüchtern, doch die Art des Suffs auf den Stufen und innerhalb des Burgerschuppens war so abartig, dass ich mir ernsthaft die Frage stellte, was dieser Ort an sich hat, dass sich hier neben einer Minderheit normaler, zivilisierter Leute hauptsächlich pöbelnde Idioten einfinden, bei denen der letzte Wasserkontakt über einen Monat her zu sein scheint.
Doch Hygiene ist hier nicht das Thema und obendrein nur Spekulation. Vielmehr ist es die Widerlichkeit des Umgangs, die sich offenbarte: Die vielen kleinen umherfliegenden Schipfwörter oder der Müll auf dem Fußboden sollen gar nicht erwähnt werden. Auch eine kleine Rangelei in den hinteren Räumen zwischen drei oder vier Gästen ist nicht der Rede wert. Am erschreckendsten empfand ich einen Gast, der im Streit über die Bedeutung des Begriffes „Kaltgetränk“ dem Manager des Ladens drohte. Der Gast – zwei Meter groß und ein fast ebenso breites Kreuz, dazu extrem Muskulös – wollte nicht akzeptieren, dass ein Milchshake der Kategorie „Dessert“ angehört und trotz der Temperatur kein Kaltgetränk ist. Sprüche wie „Alta ehe du die Bullen gerufen hast liegst du schon blutend in der Ecke“ fielen und wurden nicht von den Üblichen Gästen gerügt.
Ich für meinen Teil kann mir so eine Klientel nicht erklären, da die Läden um den Fastfoodladen herum andere Gäste bedienen. Der Appetit ist mir nach dieser Aktion vergangen und ich ging durch den ersten Novemberregen nach Hause.
Ich ging also nächtens aus meiner Stammkneipe nach Hause. Es war Donnerstag und es fielen die ersten Regentropfen seit langer Zeit. Es waren wohl auch die Ersten im November, sofern mich meine Erinnerung nicht täuscht. Das nahm ich zum Anlass mir für diesen Blog GedankenPopanken über Regen und die Notwendigkeit des Wassers zu machen. Doch drei Schritte weiter driftete mein Hirn ab. Ich ging an einer nichtroyalen Burger- und Fastfoodkette vorbei. Mein Geist war wohl noch von den Überlegungen über die fallenden Tropfen geweitet und so fiel mir zum ersten mal die nächtliche Kundschaft der Fastfoodkette auf. Mit Betrunkenen ist um diese Uhrzeit zu rechnen, die gab es auch in meiner Kneipe und auch ich war nicht nüchtern, doch die Art des Suffs auf den Stufen und innerhalb des Burgerschuppens war so abartig, dass ich mir ernsthaft die Frage stellte, was dieser Ort an sich hat, dass sich hier neben einer Minderheit normaler, zivilisierter Leute hauptsächlich pöbelnde Idioten einfinden, bei denen der letzte Wasserkontakt über einen Monat her zu sein scheint.
Doch Hygiene ist hier nicht das Thema und obendrein nur Spekulation. Vielmehr ist es die Widerlichkeit des Umgangs, die sich offenbarte: Die vielen kleinen umherfliegenden Schipfwörter oder der Müll auf dem Fußboden sollen gar nicht erwähnt werden. Auch eine kleine Rangelei in den hinteren Räumen zwischen drei oder vier Gästen ist nicht der Rede wert. Am erschreckendsten empfand ich einen Gast, der im Streit über die Bedeutung des Begriffes „Kaltgetränk“ dem Manager des Ladens drohte. Der Gast – zwei Meter groß und ein fast ebenso breites Kreuz, dazu extrem Muskulös – wollte nicht akzeptieren, dass ein Milchshake der Kategorie „Dessert“ angehört und trotz der Temperatur kein Kaltgetränk ist. Sprüche wie „Alta ehe du die Bullen gerufen hast liegst du schon blutend in der Ecke“ fielen und wurden nicht von den Üblichen Gästen gerügt.
Ich für meinen Teil kann mir so eine Klientel nicht erklären, da die Läden um den Fastfoodladen herum andere Gäste bedienen. Der Appetit ist mir nach dieser Aktion vergangen und ich ging durch den ersten Novemberregen nach Hause.
... link (0 Kommentare) ... comment
Montag, 21. November 2011
Ein Blog...nun gut, mal sehen
domescu, 22:29h
"Also mach ich mal ein Blog"
Gefühlt scheinen viel zu viele diese Worte in den Mund zu nehmen. Nun reihe ich mich ein. Mein Mitteilungsbedürfnis ist zu groß, um diese Möglichkeit nicht auszuprobieren. Doch worüber soll ich schreiben? Ich schaute mich in der Welt der Blogs um: Das eigene Leben scheint ein beliebtes Thema zu sein. Der Blog als eine Art Tagebuch. Leider haben aber nur ein verschwindend geringer Teil der Blogger ein aufregendes Leben. Zu häufig wird ein Gang zu H&M beschrieben oder ein Döneressen mit den Freunden thematisiert. Andere Blogs geben Ratschläge; mal mehr mal weniger Hilfreich. Und dann gibt es die 'professionellen' mit gehobenem und teilweise sogar politischem Anspruch.
Unter diesen Umständen sollte ich eigentlich gar keinen Blog erstellen und dennoch werde ich es mit geringem Zeitaufwand versuchen. In unregelmäßigen Abständen werden an dieser Stelle interessante Begebenheiten realer und fiktiver Art veröffentlicht. Also viel Spaß beim Lesen! In diesem Sinne la revedere!
Gefühlt scheinen viel zu viele diese Worte in den Mund zu nehmen. Nun reihe ich mich ein. Mein Mitteilungsbedürfnis ist zu groß, um diese Möglichkeit nicht auszuprobieren. Doch worüber soll ich schreiben? Ich schaute mich in der Welt der Blogs um: Das eigene Leben scheint ein beliebtes Thema zu sein. Der Blog als eine Art Tagebuch. Leider haben aber nur ein verschwindend geringer Teil der Blogger ein aufregendes Leben. Zu häufig wird ein Gang zu H&M beschrieben oder ein Döneressen mit den Freunden thematisiert. Andere Blogs geben Ratschläge; mal mehr mal weniger Hilfreich. Und dann gibt es die 'professionellen' mit gehobenem und teilweise sogar politischem Anspruch.
Unter diesen Umständen sollte ich eigentlich gar keinen Blog erstellen und dennoch werde ich es mit geringem Zeitaufwand versuchen. In unregelmäßigen Abständen werden an dieser Stelle interessante Begebenheiten realer und fiktiver Art veröffentlicht. Also viel Spaß beim Lesen! In diesem Sinne la revedere!
... link (0 Kommentare) ... comment