Montag, 20. Februar 2012
Putinhass in deutschen Medien
Ach ja, eigentlich ist das Anschauen von Youtube-Klassikern zur Entspannung gedacht. Es soll belustigen, Erinnerungen hervorrufen und einfach dem geistigen Abschalten dienen. Heute ist mir das nicht gelungen. Ich gelangte über verschiedene Pod-Casts der NDR-Satire extra-3 zu dem "Lied von den toten Russen" ( http://www.youtube.com/watch?v=RpuEW7GUHtM ). Sehr amüsant, gut gemacht, ideenreich. Für meinen Geschmack etwas zu russlandkritisch, aber Satire darf eben alles. Wer in meinen Augen nicht alles darf ist die 'seriöse Presse' - beispielsweise die Tagesschau der ARD. Dieses lustig gemeinte und ebenso rüberkommende Video erinnerte mich wieder an die antirussische Hetze aus dem März des letzten Jahres, als der Prozess zur Person Chodorkowskis beinahe täglich in den deutschen Medien wiederzufinden war.
Beispielhaft schaute ich mir den ARD-Beitrag zur Urteilsverkündung der Berufungsverhandlung an. ( http://www.youtube.com/watch?v=wDlSPmPnklw ) Ab 10:40 wird hier Partei für einen Mann ergriffen, der - salopp gesagt - einen Haufen Geld und Öl unterschlagen hatte, um sich selbst zu bereichern. Beinahe fordert die ARD seinen Freispruch. Den Freispruch für einen Wirtschaftsverbrecher. Das ist übrigens die gleiche ARD, die Ulrich Deppendorf aussannte, um den ehemaligen Bundespräsidenten Wulff provokativ zu seinen korrupten Machenschaften zu befragen. Ich möchte keineswegs Partei für Wullf ergreifen, und noch weniger möchte ich abschweifen, lediglich wollte ich die Relationen aufzeigen.
Chodorkowski wird hier von den westlichen Medien benutzt. Sein Urteil soll ein Symbol für die angebliche 'Terrorherrschaft' Putins sein. Man hat Angst vor Putin. Angst vor einem Mann, der das Reden beherrscht, der Massen hinter sich bringen, der mit wenigen Worten die gescheitesten Köpfe überzeugen kann und sich dennoch dank gut gestrikter Propaganda volksnah verkaufen kann. Er wird verteufelt, ihm das demokratische Verständnis abgesprochen. Alles mit Hilfe eines Urteils, dass hierzulande wohl nicht anders ausgefallen wäre.
Chodorkowski ist einer von vielen Wirtschaftsverbrechern in Russland. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion ist er, wie auch andere schnell zu Reichtum gekommen. Auf welchen Wegen? Das ist Unklar. Nach seinem Ausscheiden aus der Firma Jukos wurden Unstimmigkeiten in der Bilanz der Firma auffällig. Ein normales Urteil, doch die Westpresse vertauscht Opfer und Täter. Das Opfer ist hier die Russische Föderation, in der zu dem Zeitpunkt des Prozesses 'Demokratiefeind' Putin Ministerpräsident war. Ihr ging viel Steuergeld verloren. Täter war Chodorkowski selbst. Ein einfaches Mittel, doch meiner Erfahrung durch Unterhaltungen auf der Straße, in Bars und sogar in Vorlesungssälen nach ein wirksames. Alle hatten Mitleid mit dem armen Michail Chodorkowski. So etwas ist völlig daneben und bringt mich in Rage. Also ein Aufruf: Erst informieren, dann verurteilen, so wie es das Moskauer Stadtgericht im März 2011 tat.

Anbei: Ich sehe in Putin nicht 'den vollkommenen Politiker', aber er macht nicht so viel Falsch, wie der Westen es darstellt, oder gerne hätte. Sein Verbrechen ist es nicht, eine Verurteilung Chodorkowskis zu unterstützen sondern lediglich im Fall anderer Wirtschaftsverbrecher still dazusitzen, und vielleicht - das Entzieht sich jedoch meiner Kenntnis - diese zu decken. Ein Verbrecher gehört ins Gefängnis. Chodorkowski und die anderen. Wenn Putin andere deckt, dann ist das falsch, ein Verbrechen, oder wie zu Guttenberg sagen würde 'ein Fehler, den Menschen machen', aber in der Causa Chodorkoski hat sich Putin nichts zu Schulden kommen lassen.

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